• Sandra Nova

Wintersonnenwende, Yule, Julfest, Winter Solstice

Yule ist das zweite Jahreskreisfest im keltischen Zyklus. Am 21.12. feiern wir die Geburt des Lichts.


Nach der immer dunkler werdenden Zeit bringt die Wintersonnenwende am 21. Dezember den ersehnten Wendepunkt: Die Sonne hat ihren tiefsten Punkt erreicht, ab morgen wandert sie wieder zurück und es wird täglich eine Spur heller. In der längsten Nacht feiern und begrüßen wir das wiederkehrende Licht. Nun werden die Tage langsam wieder länger, nämlich um 2-3 Minuten jeden Tag.

Die Wintersonnenwende ist ein hoch energetischer Schwellübertritt. Mit ihr endet die Energie des alten Jahres und wir treten in den heiligen Zwischenraum ein, in dem das neue Jahr sich aus den Träumen und Visionen der Menschen zu formen beginnt.

Alte Donau, Wien

13 heilige Nächte vor und rauhe Nächte nach der Wintersonnenwende

Die Nächte rund um die Wintersonnenwende gelten als heilige Zeit. 13 Nächte vor der Sonnenwende sind die Sperrnächte (auch Kehrnächte oder Dunkelnächte genannt), wo das alte Jahr reflektiert und verabschiedet wird. Dann kommt die längste Nacht, die sogenannte Mutternacht (auch Thomasnacht) am 21.12. Sie ist der Beginn der Rauhnächte im alten keltischen Kalender, wo die alte Percht mit ihrer Jagd wild übers Land zieht. Wer sich der heiligen Ruhe widersetzt, bekommt von ihr die Leviten gelesen - so sagt man. Denn der Sinn der Rauhnächte besteht darin, dass die schwere Arbeit nun zu ruhen hat, damit sich die Kraft wieder sammeln kann. Bei den alten nordischen Völkern stand das Jahresrad drei Tage vollkommen still. Erst am 24.12. beginnt sich das Rad wieder zu drehen. Dann erst werden die Tage wieder länger und die Geburt des Lichtes wird spürbar. Yul heißt übersetzt Rad. Daher zählt der Kalender nach dem christlichen Brauchtum die erste Rauhnacht ab dem 25.12.


Dunkelheit schätzen lernen

Anfangs ist es kaum zu spüren und es braucht vielleicht etwas Achtsamkeit und Geduld, um die Kraft der Dunkelheit wertzuschätzen. Begegne ihr mit viel Kerzenlicht und wohliger Wärme in deinem Zuhause. Ohne der dunklen Zeit gäbe es keinen Frühling. Denn in der Dunkelheit werden die Samen für den nächsten Zyklus gesät. Die Samen keimen im Dunklen unter der Erde und auch neues leben entsteht in der Dunkelheit der Gebärmutter. Damals wurde die Dunkelheit als Ursprung allen Lebens angesehen und zutiefst verehrt. In der Mutternacht der Wintersonnenwende feiern wir somit auch die Kraft des Gebärens, etwas Neues entstehen lassen zu können. Ein guter Zeitpunkt daher unsere Mutter Erde zu ehren wie auch alle Mütter und Großmütter. Zur Wintersonnenwende wird nicht nur das Licht der Sonne neu geboren, sondern vor allem unser eigenes inneres göttliches Licht. Versuch zu spüren, welches Licht wahrlich in dir leuchtet.


Die Schwere der Dunkelheit drückt vielleicht manchen aufs Gemüt, doch eigentlich will sie uns nur erden, uns mit uns selbst in Verbindungen bringen, mit den tiefsten Gefühlen und Emotionen, die sich versteckt haben. Es ist eine Chance auf Klarheit und Bereinigung. Das Loslassen und Bereinigen von Altem ist ein bewusster Prozess der Kraftaufwand, Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. Doch es lohnt sich hindurch zu tauchen um danach geklärt und mit neuer Kraft durchstarten zu können.

Wenn du in der Winterzeit unter Melancholie & Depression leidest, so heiße die Wiederkehr der Sonne umso mehr willkommen. Denn die Sonne ist ein Ausdruck der Lebensfreude.

Als Unterstützung in dieser Zeit könntest du

🌞Vitamin D einnehmen (das Sonnenvitamin)

🌞jede Sonnenstunde auskosten, rausgehen und dich täglich für 20min in die Sonne setzen

🌞öfters mal in die Sauna oder Infrarotkabine gehen

🌞Johanniskraut einnehmen oder als Tee trinken


Kerzenschein zur Wintersonnenwende

Begegne der Dunkelheit mit viel Kerzenlicht und wohliger Wärme in deinem Zuhause.


Zeitqualität

Themen: Tempo verlangsamen, in die Stille der Dunkelheit hören, Ruhe finden, Ruhe geben, Frieden finden, Frieden leben. Einfach sein. Es ist eine Zeit des Rückzugs, der Innenschau und Reflexion. Hinspüren und Hinhören.

Wir brauchen diese Zeit zum Jahresende, um aufzutanken, um uns zu sammeln, damit wir mit neuer Kraft ins kommende Jahr starten. Verlangsame daher dein Tempo und komm zur Ruhe, geh heute ganz bewusst bei Kerzenlicht in die Innenschau. Nun ist eine gute Zeit, um Bilanz zu ziehen und gedanklich bewusst durch das vergangene Jahr zu reisen. Mit der bewussten Stille bereitest du all dem, was sich im kommenden Jahr verwirklichen soll, einen nahrhaften Boden. Die kommenden Tage und die heiligen Nächte laden uns ein zu lauschen und in die Visionsempfängnis zu gehen. Denn die Wintersonnenwende birgt großes Potenzial für Transformation, Wachstum und Veränderung.


3 Tage energetischer Stillstand vom 21.12 bis zum 24.12

Dieses heiligen drei Tagen sind der Urweiblichkeit gewidmet. An diesen Tagen wirken die Kraft der Stille, der Dunkelheit und der weiblich gebärenden Schöpfungskraft. Du kannst diese Tage bewusst nutzen um mit der Göttinnenkraft zu arbeiten, sie zu ehren und dich daran erinnern, wie alles Leben aus der Dunkelheit geboren wird.

Es braucht die Kraft der Weiblichkeit, damit eine neue Welt entstehen kann. Ehren wir an diesen Tagen vor allem die Kraft der heiligen Weiblichkeit in uns selbst, gedenken und ehren wir Maria Magdalena, Frau Holle und unsere Mutter Erde.


Rituale zur Wintersonnenwende

Ich möchte dich einladen und inspirieren, die diesjährige Wintersonnenwende zu zelebrieren, bewusst wahrzunehmen und das Licht in deinem Leben zu ehren und zu empfangen. Vielleicht mit einem dieser Rituale:

Räucherung deines Zuhauses: Ich räuchere gerne zuerst mit weißem Salbei und gehe dabei durch alle Räume um diese vom Alten zu reinigen, dann gut lüften. Anschließend die Energie des Raumes wieder aufladen, zum Beispiel mit Weihrauch, Myrrhe, Zeder, Rosmarin, Lorbeer, Eibe, Tanne oder Zimt.

Wintersonnwendfeuer zum Abschließen und Loslassen: Heute Abend kannst du ein Feuer oder eine Kerze entzünden und der transformierenden Flamme alles übergeben, was du nicht mit in die neue Zeit nehmen möchtest. Heute darfst du das alte Jahr abschließen und alles verbrennen, was dir nicht länger dient. Du kannst dies mündlich tun, im Stillen oder du verbrennst einen Zettel auf dem draufsteht, was du loslassen möchtest.

Dekoriere dein Zuhause mit Mistelzweigen, Kugeln, Sternen, Tannenbäumen, Reisig, Stechpalme, Glocken, Lebkuchen, Kerzen, immergrüne Zweige, Kränze. Viele der Symbole, die wir mit Yule verbinden, stehen für Fruchtbarkeit, Leben, Hoffnung & Erneuerung.

Julkranz binden aus Immergrün

✨einen lebenden Tannenbaum im Garten oder im Wald schmücken

Julscheit backen (Weihnachtsbaumstamm, Bûche de Noë)

Schreibübung zum Jahresabschluss: Blicke nach innen und beantworte für dich folgende Fragen im Kerzenschein:

🕯️Was ist heuer gut gelaufen?

🕯️Was hat nicht geklappt?

🕯️Gab es Abschiede, neue Kontakte?

🕯️Aus welcher Herausforderung habe ich gelernt?

🕯️Welche Ent-Täuschung hat mir die Augen geöffnet?

🕯️Was ist die Essenz dieses Jahres für mich?


Mistelzweig aufhängen

Eine schönes Julfest wünsch ich euch!

Let’s rise and shine together,

Sandra